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Ich habe gewonnen!!

Nein nicht im Lotto aber fast – ich habe einen Keller bekommen!! Sie sind sehr rar und scheinbar sterben diejenigen zuerst, die keinen Keller haben, und nun habe auch ich endlich einen bekommen. Ich habe vieles überlebt, Herzstillstand, Krebs, Gehirnblutung aber das hier ist zur Zeit mein größter Wunsch – EIN KELLER!! Ich wusste nicht, dass meine Wünsche so bescheiden werden könnten. Wundere mich selbst.. Jedefalls sind sie rar und ich habe meinen guten Geist gebeten, mir ein Regal von Ikea zu besorgen und dann geht es los! Es wird eine ganz andere Ordnung geben, nicht dieses hoffnungslose herumkramen und denken „irgendwo hatte ich es doch..“ und das beste ist, dass der Keller sogar bezahlbar ist – was mich wundert, da ansonsten hier nichts so richtig bezahlbar ist. HURRA – ich habe in der Lotterie des Lebens gewonnen!!

Wehmut

Heute habe ich die Sommer-Bettdecke gegen die etwas dickere Decke ausgetauscht. Die Nächte wollen nicht mehr so richtig und die Temperaturen liegen klar unter 20 Grad und ich muss unbedingt mit offenem Fenster schlafen. Jedes Jahr lege ich die Sommerdecke in den Waschkorb und werde wehmütig – was habe ich aus dem Sommer gemacht? – und jedes Mal wenn ich das Glück habe, die Decke wieder hervorholen zu dürfen, spüre ich eine Freude, sie blubbert wie Blubberwassen im Bauch, vor dem kommenden Sommer. Aber ich bin nicht zu einem einzigen See gefahren, bekam zwar zwei Wochen bei meiner Lieblingsschwester (habe nur eine..) in Stockholm, aber da war der Sommer noch so an der Startlinie und alles war noch offen – so viele Erwartungen – und dann habe ich den Sommer einfach kleinstteilig versaut und habe über die verdammten Temperaturen in Berlin – rund 35 Grad gestöhnt. Nix für alte Leute..

Aber ok, jetzt spucken wir wieder in die Hände und müssen durch die in Berlin endlose Zeit von Oktober bis Mai durch. Ja ich weiss, komm mir nicht mit schönen Herbstwäldern, die aussehen als ob sie brennen würden – hier in Berlin brennen keine Bäume (wenn sie den trockenen Sommer überhaupt überlebt haben). Nee sie lassen die verdorrten Blätter sang- und klanglos fallen und das war´s – finito. Und auch keine Schneelandschaften, die in der Sonne glitzern – just forget it – es ist eine endlos lange graue Zeit aber okey, ich spucke noch einmal in die Hände und wenn ich Glück habe, darf ich den nächsten Sommer auch erleben, who knows…

Ein Tag in einem Rentnerleben

Noch ein Tag – die Sonne scheint, als würde sie alle umbringen wollen. Es wird heiß werden, heute vielleicht nur 259+ aber am Wochenende soll es kühler werden. Was jammere ich? In der Provence sind es 46 Grad.. Puh, dieser Tag wird ein „vergeudeter“ Tag, denn für alles ist es zu heiß. An den See fahren und baden? Schon der Gedanke daran, dass ich erst ewig vor der Kasse anstehen muss (weil ich mich immer noch nicht daran gewöhnt habe, dass ich die Eintrittskarte online bestellen kann.. das habe ich nun davon..), eingequetscht zwischen klebrigen Gummiringen und Luftmatratzen nachdem ich eine halbe Tageswanderung von der S-Bahnstation überlebt  habe. Ach, früher hatte ich doch ein Auto.. Und da meckerte ich darüber dass es keinen Parkplatz gab und habe das Auto einfach irgendwo „abgestellt“ und der Ticket an der Scheibe war bombensicher am Abend.. Also was bleibt? Zu Hause bleiben, die Markise auf Max-Position stellen und alle Türen aufmachen damit es ein Durchzug gibt. Aber sollte ja nicht klagen – muss bei der Hitze nicht arbeiten. Wir haben ja auch einen (Drinnen-oder sage ich liebe in-door? Hört sich doch flotter an ) Pool hier im Altersheim und wäre es nicht super mit einem Außen-out-door-pool? Jetzt wo die Klimakatastrophe ständig an der Tür klopft und es laut klugen Köpfen nicht 5 vor 12 sondern 5 nach 12 ist? Aber mit Sichtschutz bitte denn wir hier entsprechen sicherlich dem aktuellen – ja eigentlich gar keinem – Schönheitsideal mehr…. Bei dem Gedanken an das Rollator-Rally morgens, um mit dem Handtuch den besten Platz zu ergattern, muss ich doch kichern..

Hitze

Heute haben wir 35 Grad im Schatten in Berlin. Die Hitze liegt wie eine Glocke über der Stadt und erdrückt uns. Aber dennoch haben wir etwas Hunger so gegen Mittags. Alte Leute lassen sich nicht durch Hitze von Essen abhalten – pah! Was es wohl heute gibt? Ihr werdet es nie erraten: eine heisse Suppe… Ich weiss, der Küchenchef plant lange im voraus und weiss ja nicht immer wie das Wetter wird – aber irgendwie ist es ein ziemlich unglückliches Zusammentreffen. Ich habe Glück gehabt – als Vegetarierin bekomme ich etwas anders, was der Hitze besser angepasst ist.. Mein Glück…

Unterschiedliche Klimazonen

War drei Tage im Krankenhaus, man wollte mich auf den Kopf stellen und untersuchen, warum ich mich so oft einfach platt hinlege. Noch warte ich auf das Ergebnis und bemühe mich, mich aufrecht zu halten. Ich hatte ein Doppelzimmer mit einer sehr netten jüngeren Frau – das Problem war aber unsere Klimazonen. Es war zu der Zeit h e i s s in Berlin (wenn es in Berlin heiss, dann kocht Berlin, in echt..), die Meterologen im Fernsehen drohten uns damit, dass wir tropische Nächte bekämen und ja, wir hatten tropische Nächte. Aber sowas von.. ich hatte – für den Fall – ein einfaches Laken bekommen. Ich wollte Fenster und Tür aufmachen, so dass wir Durchzug haben könnten. Aber nee, meine reizende Nachbarin hatte eine total andere Klimazone. Fenster zu, Tür zu – Bom – und lag eingerollt in der DICKEN Decke…. Ich musste mal nachschauen, ob sie überhaupt noch lebte.. Atmet sie noch überhaupt? ich lag ohne Laken und rutsche vor Schweiss im Bett hin und her. Sollte ich im Sommer nochmal ins Krankenhaus müssen – dann spendiere ich mir ein Einzelzimmer!

Gedanken über den Tod

Sitze mit meiner Altersheimkumpeline auf der Bank vor dem Haus. Die Sonne scheint genau richtig, ein warmer, zärtlicher Wind streichelt unsere faltigen Gesichter, die Lilien duften und wir reden über das Thema, das uns doch brennend interessiert – der Tod..

Wir sind uns einig, dass wir nicht wie eine welke Porreestange im Bett liegen möchten – auch nicht unwelk – um zwischendurch mit dem Bett vors Haus geschoben werden, damit man nicht vergisst was Luft ist. Wir wollen nicht da liegen und unsere aller liebsten Menschen nicht erkennen und wir fangen an, die Methoden durchzuarbeiten: Schlaftabletten (die kotzt man eh wieder hoch), sich in den Schnee legen und erfrieren (ich bin ja so eine Frostbeule..), vor die Bahn hüpfen, aber in unserem Alter wird nicht mehr so richtig gehüpft und was mache ich mit meinem Rollator..

Wir können uns nicht entscheiden, lehnen uns zurück und geniessen die Sonne und gehen dann zum Mittagessen. Das Projekt muss noch etwas warten…