Heute morgen las ich etwas, was mich doch berührte. Wenn ein Tag verstrichen ist haben wir nicht einen Tag mehr, sondern einen Tag weniger. Denke darüber nach, es ist klug und wahr aber mir macht es nicht so viel aus, habe irgendwie genug Tage schon – und die habe ich auf verschiedenen Intensivstationen hart erkämpft.. und zu meiner Weltuntergangs-Stimmung passt, dass ich zum Frühstück zum ersten Mal die Esstischlampe anmachen musste, es wird langsam Herbst..
Ja jedenfalls fühlt es sich so an. Habe in letzter Zeit etwas Probleme mit dem Schlafen (soll wohl nicht allzu selten sein..) und habe bis jetzt mit Melatonin herumdoktoriert und das Zeug scheint ja ganz nett zu sein, mal funktioniert es und ich schnarche hier vor mich (mir?) hin aber manchmal bockt es auch. Also habe ich gestern DAS MITTTEL genommen, d.h. ein richtiges echtes Schlafmittel und ja, es hat funktioniert aber jetzt am Morgen bin ich wie betrunken und habe das Gefühl in Watte gepackt zu sein. Vielleicht mache ich einen Doppelversuch heute aber eigentlich kann man doch nicht so viel falsch machen, Tablette in Mund, schlucken und fertig! Aber dennoch, heute Abend läuft Test nr. 2. Ach, es ist mühsam alt zu werden, so richtig Spass macht es nicht und irgendwie habe ich langsam genug davon. Habe fertig..
Alles ist wie immer im Altersheim, ich blättere eher etwas gelangweilt in dem Buch, in dem die Todesfälle eingetragen werden. In der monatlichen internen Zeitung dürfen wir – um Gottes Willen – sowas nicht eintragen, es könnte ja jemand glauben, dass man hier stirbt! Und sehe in dem Buch, dass eine Bekannte, die drei Türen neben mir wohnte, gestorben ist. Es hat in meinem Kopf/Herzen Unruhe verursacht, wieso ist sie gestorben? Ja ich weiss, wir sind alle hier um mit den Füssen zuerst hinausgetragen zu werden, aber wenn es so plötzlich und nahe passiert ist es wirklich nicht ok! Mir fehlt sie, sie war immer so positiv und unkompliziert und ich mochte sie sehr. Ja, ich muss mich wohl daran gewöhnen, dass hier fleissig gestorben wird. Liebe M, wir sehen uns, es sei denn dass entschieden wurde, dass ich nicht nach oben sondern nach unten gehen muss – und da bist Du sicher nicht liebe M.!
Nein, nichts dramatisches oder weltbewegendes – ich will einfach die Hitze nicht mehr. Basta! Beim schönsten Sommerwetter in der Wohnung mit verschlossenen Türen und Fenstern zu hocken ist für mich né Katastrophe! Sommer? Dann muss ich irgendwo auf dem Land in Schweden sein, morgens meinen Kaffee auf einer sonnenwarmen Steintreppe trinken, spüren wie der Wind alles versöhnt, dann auf dem Bade Steg sitzen, die Füße im Wasser baumeln lassen (und wenn ich ganz heroisch bin: darin zu baden ist meistens arg kallt..)- das ist SOMMER! Okey, sinnloses Gemeckere, iss wie es iss und es gibt wahrlich schlimmeres. Aber dennoch und bitte G N A D E!! Ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau, muss nichts tun – außer jammern – und vielleicht schaffe ich es heute Abend das eine Blatt auf dem anderen zu legen, aber das ist dann auch eine Höchstleistung.
Lief eine Weile hinter dem ehemals so wichtigen Mann in Berlins Geschäftswelt und die Frage ob das Jacquet grösser oder ob der so wichtige Mann einfach kleiner wird hat mich sehr beschäftigt und beim näheren – und längeren – Betrachten muss ich wohl zugeben, dass der Inhalt doch kleiner wird. Ich warte noch darauf, bei mir ist das leider noch nicht eingetreten – aber ich bin ja auch nicht so wichtig, nicht wahr..
Ja, es wird langsam Herbst, liebe Cecilia. Der Sommer, na ja, mal zu heiß, mal zu kühl, wie immer. Für…