Mit dem Essen sind wir hier nicht immer so ganz einverstanden. Es gab sogar einmal beinahe ein Palastrevolution und bei unseren monatlichen Sprechstunden mit dem Küchenteam mussten die Jungs sich aber warm anziehen – so alte Leute sind nicht so zimperlich- aber sie sind auch hart im Nehmen. Das alte Küchenteam wurde vor der Tür gesetzt und jetzt ist es ruhiger geworden und die neuen geben sich sehr viel Mühe (aus Angst vor unserem Zorn?) und vor allem: sie sind ansprechbar und nehmen Kritik an und ernst. Was nicht heißen soll dass jetzt immer Freude herrscht aber heute gab es Pellkartoffeln mit Quark und bei dem Essen herrscht glückliches Schmatzen. Iss doch so einfach (und preiswert) uns glücklich zu machen – also geht doch…. Dann folgte aber die Nachspeise, der pure Zuckerschock …. Also wenn ich heute über reagiere dann wisst ihr warum.. Und außerdem bin ich etwas beleidigt darüber dass die Nachspeise als SCHWEDISCHE Nachspeise verkauft wird. Die vereinten Zahnärzte in Schweden würden die Nachspeise mit einem Schrei auf den Müll werfen aber Okey, viele von uns haben ja keine Zähne mehr und dann spielt das vielleicht keine Rolle – ICH HABE MEINE ABER NOCH UND MÖCHTE SOWAS NICHT MEHR HABEN!!
War vor einer Weile in meinem Lieblingskrankenhaus, das mit den flotten jungen Militärärzten – eine Augenweide…Nur die Ärztin war gestresst und irritiert und hatte es logischerweise eilig aber ich wollte MEHR wissen. Als sie den Raum verlassen wollte, schmeiße ich ihr flott hinterher „Augen auf bei der Berufswahl“ und sie frohr in ihrer Bewegung ein und knallte die Tür zu. Ich hätte mir die Zunge abbeissen können und PROMPT hat sie sich bei meiner Tochter, die mein Sprachrohr ist, beschwert. Meine Tochter rief SOFORT an, gab ihrer alten Mutter eine Standpauke und fragte ob ich verrückt sei (dabei liegt sie vielleicht nicht so falsch) und sie nahm mir das Versprechen ab, dass ich die Ärtzin anrufe und mich entschuldige. Habe verstanden dass ich nicht darum rum komme und rief an und bat tausend Mal um entschuldigung und bla, bla, bla. Sie sagte kurz “ Entschuldigung ist angenommen“ (im Militärkrankenhaus redet man vielleicht etwas kurz gefasst..) und ich hoffe, sie hat mich bis zum nächsten Mal vergessen oder vielleicht einen neuen Job in einem anderen Krankenhaus bekommen und NEIN ICH WERDE IN ZUKUNFT DIE SCHNAUZE HALTEN!!!! Versprochen!!
Heute ist der 6. Januar und Weihnachten ist vorbei und als möchten die Mächte uns etwas aufmuntern scheint etwas (Okey etwas sagte ich, nicht mehr..) Sonne in den Schneeresten. Wir gehören zu den Glücklichen, die noch Strom und Heizung haben. Ich frage mich wo sie vor gehabt hätten ca. 500 wirren alte Leute unterzubringen. Jemand hat ein Attentat auf der Stromversorgung gemacht und seit einigen Tagen sitzen 20 000 Leute bei Eiseskälte (für Berliner Verhältnisse.. okey, ist Popokalt!) ohne Strom und Heizung. Auf der anderen Straßenseite sind sie betroffen, Glück muss der Mensch haben. Dafür hatten wir heute eine Jazzband hier im Foyer und es waren leckere Sachen aufgedeckt. Es war sehr nett und nun heißt es endgültig Weihnachten Ade!! Ob ich den nächsten Weihnachten noch erlebe oder bin ich dann eine Stufe weitergegangen??
Wie ich es schon erzählt habe, bin ich letzte Woche auf dem Eis hingeknallt (+ 12 Stunden in der Notaufnahme.. da muss man ein reiches Innenleben haben denn es liegen nicht mal abgeblätterte GEO-Hefte dort auf dem Tisch.. ) denn die Wege in unserem großen Garten waren glatt wie ein Kinderpopo und als ich mich darüber an der Rezeption etwas beklagen wollte bekam ich DEN STRENGEN BLICK und die strenge Stimme schaute die Oma an und sagte dass die Gärtner genug zu tun hätten UND AUSSERDEM HINGE JA DORT DA EIN SCHILD DAS BESAGTE DASS DIE WEGE NICHT GESTREUT WERDENWÜRDEN und warum zum Teufen muss die Oma dann da laufen und der strenge Blick wurde noch etwas strenger. Also wird nicht gestreut und jetzt hat es ja etwas (für eine Schwedin sind 2 cm Schnee nischt, nada..) geschneit und dann ist es ja nicht so glatt aber jetzt friert es ordentlich und es wieder glatt wie ein Kinderpopo draussen so dass die Oma schön drin bleibt und statt dessen auf das Laufband geht und darüber nachdenkt wie es wohl kommen konnte dass sie eine Oma geworden ist, die sich nicht traut hinaus zu gehen. Dass es so verdammt schnell gehen kann…. Bild Sophie Herken
Vor den Fahrstühlen steht eine kleine zarte Person mit einem riesigen Rollator und sieht verloren aus. Ich frage ob ich ihr helfen kann und als Antwort bekomme ich, dass sie auf dem Weg zum Kurs für Gedächtnistraining ist und nicht mehr weiss wo der Kurs stattfindet. Ich schicke sie auf den richtigen Weg und denke ob der Kurs wohl hilft?
Gestern waren einige mir – hier auch wohnenden – inzwischen lieb gewordenen Menschen bei mir, um den schwedischen Glühwein zu testen. Sie haben alle überlebt! Aber so im Nachhinein muss ich doch etwas schmunzeln und darüber glücklich sein, dass wir noch nicht ganz Gaga sind (oder vielleicht doch?). Wir haben über Demenz, Tod usw. so viel gelacht weil uns die Themen noch so weit entfernt scheinen – dabei lauern sie um der (die?) Ecke.. Aber noch nicht – wehret den Anfängen!!!!!!
Bild noch einmal Sophie Herken – finde das Bild einfach super! sagt die stolze Mama..
Meine liebe Mechtild, klug wie immer aber singend zum Essen zu kommen? hm..auch keine tolle Alternative.. einfach hinkommen und Sch....…